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© Wong Sze Fei / EyeEm - gettyimages

Es könnte so einfach sein: Man bietet eine Leistung an, erbringt sie – und der Kunde begleicht die Rechnung. Davon zahlt man alle Betriebskosten einschließlich Material, Miete, Gehälter und so weiter. Und wenn die Einnahmen über den Ausgaben liegen, ist auch Geld für Investitionen da, zum Beispiel für neue Maschinen oder Fahrzeuge.

Leider folgt die Realität selten diesem idealisierten Schema. Der Bedarf an Geld – also welche Kosten zu zahlen, welche Investitionen zu tätigen sind – interessiert sich nicht dafür, ob gerade Zahlungen aufs Geschäftskonto geflossen sind. Weil Unternehmer mit Betriebsausgaben konfrontiert sind, die den aktuellen Geldzufluss übersteigen, müssen sie ihre Finanzen aktiv planen. Was heißt das?
 

UNSER TIPP: Vier Tipps für Ihre Finanzplanung
  1. 1. Liquidität managen

    Nehmen Sie Lieferantenkredite in Anspruch, stellen Sie erbrachte Leistungen zügig in Rechnung, scheuen Sie sich nicht, Kunden an die Zahlung zu erinnern.

  2. 2. Business Plan erstellen

    Kalkulieren Sie im Vorfeld die Kosten der Investition und den erwarteten Nutzen für Ihren Betrieb. Je plausibler die Darstellung, desto besser läuft das Bankgespräch.

  3. 3. Angebote prüfen

    Prüfen Sie, ob Leasing eine Alternative zum kreditfinanzierten Kauf einer Maschine sein kann. Hier lohnt es sich, unterschiedliche Angebote zu prüfen und verschiedene Szenarien durchzurechnen.

  4. 4. Kompetenten Rat suchen

    Wenn Sie vor einer Finanzierungsfrage stehen, die Ihre kaufmännische Erfahrung klar übersteigt, suchen Sie sich unbedingt kompetenten Rat.

Bei aller Vorsicht sollte man als Unternehmer nicht versuchen, eine Kreditaufnahme „um jeden Preis“ zu vermeiden. Denn wer alle Investitionen, etwa um den Betrieb zu modernisieren oder zu erweitern, aus laufenden Einnahmen finanziert, schwächt damit zwangsläufig die Liquidität seiner Firma. Schulden sind gerechtfertigt, also „gut“, wenn sie im Tagesgeschäft finanziellen Spielraum ermöglichen und die Voraussetzung schaffen, die Betriebseinnahmen zu erhöhen oder zu sichern.

 

Den Finanzbedarf plausibel machen

Auch ganz kurzfristig können Ereignisse auftreten, die einen erhöhten Finanzbedarf auslösen. Etwa ein Großauftrag, für den Material und Betriebsmittel anzuschaffen und vorzufinanzieren sind. Aus demselben Grund kann es sein, dass man zusätzliche Kräfte engagieren oder der Stammbelegschaft Überstunden zahlen muss. Oder es kommt zu Schäden an Fahrzeugen oder Maschinen, die nicht von einer Versicherung abgedeckt werden, aber trotzdem sofort behoben werden müssen. Wer seiner Hausbank in solchen Situationen den erhöhten Finanzbedarf plausibel machen kann, darf nicht nur auf die Bewilligung eines Kredits, sondern auch auf faire Konditionen hoffen.
 

Das gilt umso mehr bei Investitionen, die sich gut im Voraus planen lassen, etwa wenn der Fuhrpark erneuert oder eine weitere Maschine gekauft werden soll. Solche Maßnahmen sollte man in einem Business Plan transparent erläutern. Hier gehören nicht nur die Kosten hinein, sondern auch eine seriöse Prognose, wie die Erträge des Betriebs durch die Investition verbessert werden. Auch Belege, dass es für die mit der Investition erbrachte Leistung eine starke Marktnachfrage gibt, sind wichtig. Sie helfen dem Kreditgeber, das Risiko besser einzuschätzen.

 

Leasing als Option

Eine Alternative zur kreditfinanzierten Anschaffung von Maschinen oder Fahrzeugen kann Leasing sein. So lassen sich Produktionsmittel nutzen ohne zwangsläufig deren Eigentümer zu werden. Interessant ist Leasing oft auch wegen zusätzlicher Leistungen wie Wartung und aus steuerlichen Gründen. Bei teuren Anlagen kann Leasing der Firma helfen, Druck durch zu hohe Verbindlichkeiten, also „schlechte“ Schulden, abzuwenden. Geht es um sehr große Investitionen wie den Bau einer Lager oder Montagehalle, muss die Frage der Finanzierung mit großer Sorgfalt vorbereitet werden. Ohne einen erfahrenen Berater ist das schwer, daher sollte man in solch einem Fall mit der Suche nach dem benötigten
Know-how beginnen.